Freitag, Mai 20, 2005

7. Oktober: - Sagar

Diese Nacht habe ich so fest geschlafen, dass sich die Nachbarn über mein Schnarchen beschwerten – und wer? Meine WG-Kollegen aus Purang! Wer im Zelt schnarcht, soll nicht mit ... äh... nein, das haut nicht hin. Aber Frechheit! Menschlich bin ich enttäuscht. Nach dieser Unbill musste ich auch noch entdecken, dass sich in den letzten Tagen unter meiner Haube eine Hitlerfrisur gebildet hatte, ich musste es also umgehend entfetten. Welch ein Schreck für eine gelernte Gutmenschin!
Die Morgengestaltung zieht sich jetzt jedes Mal ein wenig; wir stehen nun brav um 6 Uhr auf, fahren aber erst um 8 Uhr 45 los – was machen in der Zwischenzeit? Sozialpsychologische Studien über die Lugner City oder die Kleidungspräferenzen von Ethnologie-StudentInnen sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Und wenn es dann endlich losgeht, steht man nach 30 Kilometern wieder in irgendeinem Nest, weil keiner der anderen Jeeps nachgekommen ist. Zwar sind die Fahrer beim Reparieren grenzgenial, die Autos sind jedoch multimorbid bzw. moribund, wenn man mich fragt. Deswegen sind wir heute auch nicht ganz so weit gekommen wie geplant, ich hoffe aber stark, dass ich heute die 14. und letzte Nacht im Schlafsack verbringen muss. Morgen steht jedenfalls die längste Etappe an, i gfreiiiii mi. Es wird auf jeden Fall Zeit, dass wir weiter kommen, denn vieles geht aus dem Leim – nicht nur ich, die ich nicht mehr marschiere und den ganzen Tag auf meinem Hintern ruhe, sondern auch das Zelt.
Gibt’s sonst noch was? Wenig; wir sind heute am Annapurnamassiv (wenn’s wahr ist) vorbei gekommen, haben den Josef 25 Kilometer zur Rückenschonung zu Fuß gehen lassen und im Angesicht der großen Vorsitzenden (Deng Xiaoping schaute übrigens, wie ich auf diesem Plakat bemerken musste, meiner Oma selig immens ähnlich) amerikanisches Bier getrunken.

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