Montag, August 25, 2008
Sonntag, August 24, 2008
Mittwoch, August 20, 2008
Dienstag, August 19, 2008
Zugzigeuner, IV: Coimbra und Fatima
Freitag, August 15, 2008
Zugzigeuner, III: Fisch in Peniche
Dienstag, August 12, 2008
Sonntag, August 10, 2008
Mittwoch, Mai 07, 2008
Nepal statt Neapel
Liebe Leserkätzchen und Spätzchen,
In Turnschuhen am Fuß des Annapurna
Schwer wiegen die Beine, schwer drückt der Rucksack. Hinter mir die keucht die Französin Anne, mit der ich mich seit dem Morgengrauen als Tempomacherin abwechsle. Seit wir die 4000-Meter-Grenze überwunden haben, hat sich unser Sturm auf das Annapurna-Massiv verzögert. Auffallend oft machen wir nun Foto-Stopps und Schuhbandkorrekturen.
Atemberaubend ist nicht nur der Aufstieg in dünner Luft: Im Rücken haben wir den wunderschönen Machapucchare. „Fischschwanz“ heißt der Heilige Berg übersetzt, und so sieht er auch aus. Es ist streng verboten, ihn zu besteigen.
Vor uns liegt das Annapurnamassiv. Die klare Luft lässt uns das Basislager lange schon sehen, doch wir scheinen kaum näher zu kommen. Wohl auch, weil mit den Turnschuhen auf Schnee doch nicht so gut marschieren ist.
Bergsteiger mögen an dieser Stelle die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Grund für das unpassende Schuhwerk sind Sparmaßnahmen. Feste Bergschuhe wären einfach zu schwer geworden. Genauso wie ein dicker Schlafsack und Proviant.
Denn so lautete die Aufgabe: Kein Führer, kein Träger, sowenig Gesellschaft als möglich. Aus sportlichem Ehrgeiz, dem Wunsch, alleine zu sein – und aus finanziellen Gründen. Denn schon alleine mit dem Flug in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu ist das Reisebudget erschöpft.
Nur das Nötigste soll für den zweiwöchigen Trek rund um das Annapurnamassiv mit. Trotzdem wiegt der Rucksack mehr als zehn Kilo. Vor dem Aufbruch kommt Sorge auf. Halten die Knie, was die Unfallchirurgen versprechen? Wie sicher ist der Weg? Immer wieder wird vor Raub gewarnt und davon abgeraten, alleine zu wandern, schon gar nicht als Frau. Dazu kommt die politische Lage: Die ersten demokratischen Wahlen stehen kurz bevor. Zehn Jahre lang hatte Bürgerkrieg geherrscht, bis die Maos sich durchsetzen konnten und den König vom Thron jagten. Das Wetter ist die geringste Sorge, doch die Zeichen mehren sich, dass die Regenzeit verfrüht einsetzt. Für die Wanderer sicher weniger problematisch als für die Bauern, die wegen des vielen Regens um die Ernte fürchten müssen.
Das heißt für mich: Früh aufstehen, um dem täglichen Gewitter am späten Nachmittag zu entgehen. Kein Problem, denn unter den alten Decken in den Unterkünften ist es ohnehin kalt. Dann marschieren, bis die ersten Regentropfen fallen. Wenn es regnet, ist ausreichend Zeit zum essen und rasten. Und über den Winter ist ohnehin ausreichend Energie als Hüftspeck angefallen…
Schon bald erweisen sich die Sorgen – bis auf das Wetter – als unbegründet. Nach dem ersten Muskelkater gewöhnen sich die Beine an den Rucksack und das ständige Bergauf und Bergab – oft führt der Pfad hunderte Höhenmeter steil bergauf, nur um jenseits der mühsam erklommenen Kuppe sofort wieder ins Tal hinabzuführen.
Doch das Gehen wird mir immer lieber. Mit jedem Schritt wird der Kopf freier. In der Früh kann ich es oft gar nicht erwarten, loszumarschieren. Ganz langsam am Morgen, im Schweinsgalopp, wenn der Donner grollt.
Immer wieder bleiben entgegenkommende Touristen und Nepalesen auf einen Schwatz stehen. Eine Frau ohne Begleitung mit eigenem Gepäck auf dem Rücken sehen sie offensichtlich selten. „You lonely?“ fragen die Nepalesen oft. „Not lonely, alone“, antworte ich und stapfe weiter.
Es ist einfach, Unterkunft zu finden. Alle zwei, drei Stunden führt der Weg durch ein Dorf, in dem es Verpflegung und Unterkünfte gibt. Viersternehotels darf man nicht erwarten, es empfiehlt sich eine gewisse Robustheit gegen Kälte und die eine oder andere Maus im Zimmer.
Das ersparen sich die meisten Wanderer. Viele sind in Gruppen mit einem großen Team an Trägern unterwegs und übernachten in Zelten. Dafür kommen sie viel langsamer voran.
Das wird bei der unsicheren Wetterlage zum großen Vorteil. Das Annapurna-Basecamp –Ziel des sogenannten ABC-Treks – ist nur bei guten Wetterbedingungen zu erreichen. Hätte ich einen Tag länger gebraucht, hätte ich unverrichteter Dinge umkehren müssen. Die Lawinengefahr war zu groß.
So wäre ich auch nicht Zeugin eines besonders törichten Angebotes geworden: Die reichsten der Reichen lassen sich vom nahe gelegenen Städtchen Pokhara mit dem Helikopter zum Basislager hochfliegen.
Mit den Augen einer mit wunderschönen Alpenpisten verwöhnten Österreicherin geben die Hänge hier nicht viel her. Außerdem stört der Heli im Naturschutzgebiet. Hier geht es offensichtlich um das Prestige. Der Spaß kostet 3800 Euro. Pro Nase. Pro Stunde. Eine Deppensteuer immerhin.
In diesem Zusammenhang geriet ich auch ein einziges Mal in eine brenzlige Situation. Ich war an diesem Tag schon länger unterwegs, als meine Beine für gut befanden. Ich war gottserbärmlich hungrig, allmählich wurde es finster, die nächste Siedlung noch irgendwo. Gerade als ich erstmals wirklich an Raub und andere Gefahren denke, springt ein Mann auf die Straße und hält mich auf.
Einen Tag später komme ich mit etwas Glück ins Städtchen Pokhara zurück. Wegen der Wahlen sind sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel gestoppt, das Internet nur eingeschränkt nutzbar. Das Militär will so Unruhen im Keim ersticken. Eine Sorge, die sich als unbegründet erweist. Die ersten freien Wahlen verlaufen fast ohne Zwischenfälle. In Pokhara geraten sie zur Touristen-Attraktion.
Unbegründet auch alle eigenen Sorgen: Geraubt hat mir niemand etwas, außer vielleicht die Mäuse den Schlaf. Dafür bekam ich eine Menge: Ruhe, Gastfreundschaft, unglaubliche Bilder.
Montag, März 05, 2007
Ironie der Geschichten
Aber, was soll man sagen? Ironie der Geschichte: Der garstige Redakteur ist in Pension gegangen, der seriöse Qualitätsjournalismus hat die Zeichen der Zeit erkannt und das damals so unschnoddrige Medium hält mich, Minkasia "Schnoddy" Ganofsky, nun in Lohn und Brot.
Dienstag, Juni 27, 2006
Looneys in London
Hier also bitte die Ereignisbuchhaltung aus London.

Darf in keinem britischen Haushalt fehlen: ein Bildnis von Queen "We are not amused" Victoria
W-u-n-d-e-r-b-a-r aber, was sich in der Wunderkammer eines wohlhabenden Messies so alles findet. Top-Fund des Tages: Der Magic8-Ball, Kernstück jeder allwissenden Müllhalde. Auf Anfrage konnte ich Folgendes erfahren: Ich werde heuer noch die Liebe meines Lebens treffen, aber keinen Sex mehr haben. Außerdem bin ich lesbisch, aber da hat sich das Orakel wohl von der Latzhose täuschen lassen.
Der Magic8-Ball verrät Birgit gerade, dass sie sich den Gü warm halten soll.
Kleinodien aus Daves Vorlass: "Modern Cake Decorating"

Gelegentlich dieser Fracht sprach ein Brite zu mir: "So you don't wanna miss the match, huh?"
Dann eine arge rassistische Entgleisung:
Ich weigerte mich in aufrechter antirassistischer Empörung, auch nur einen weiteren Finger in so einem Haushalt krumm zu machen und übergab die ausstehende Arbeit den Profis:
Wir wechselten über in Daves neuen Singletraum in zentraler Lage. Eine besondere Ehre war es mir, dass er mich auserkor, als Partnerinnenimitat an seiner Seite für die in London renommierte Innenarchitekturgazette "Postmodern Living" zu posieren.
Positiver Nebeneffekt der Auszugsstrapazen: Augenscheinliche Fitnessoptimierungseffekte an Daves Oberkörper. Übrigens: Entgegen seinen Schilderungen der Ereignisse des Ausräumtages für mir wildfremde Leute sah ich beim Computertragen NICHT aus wie King Kong!
Platz 3: Närrische Kopfbedeckungen


Platz 2: Pfiffiger Partnerlook
Platz 1: T-Shacks mit Aussage
Sympathischer Charakterzug der Briten: Sie lieben ihre Herrscherin und haben immer eine Autogrammkarte für den Fall der Fälle mit:
Den nächsten Punkteabzug muss ich für die Speisepreise vergeben. Der arme Dave musste uns ständig finanziell unter die schwachen Ärmchen greifen!
Und dann passierte es - Schuld war die britische Sexualmoral!! Und wir waren zumindest mit dem Herzen bei der Sache!









































